FH- und Universitäts-Master gleichgestellt

14. Dezember 2007 um 14:26 7 Kommentare

Wie die Konferenz der informatorischen und bibliothekarischen Ausbildungseinrichtungen (KIBA) und die Nachrichten für Öffentliche Bibliotheken in NRW mitteilen, hat die Kultusministerkonferenz bereits im September entschieden, Masterabschlüsse an Fachhochschulen den Masterabschlüsse an Universitäten als Voraussetzung für eine höhere Laufbahn im öffentlichen Dienst gleichzustellen. Na sowas, war das nicht sowieso so gedacht? Eigentlich sollten FH und Uni doch mit dem Umstieg auf Bachelor und Master von den Abschlüssen gleichwertig sein – der Vorteil an einer Uni ist nur, dass man besser über den Tellerrand schauen kann, aber das hängt von jedem Studenten selber ab. Jedenfall bekommt soweit ich es verstanden habe, nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) in Zukunft jemand mit Bachelor-Abschluss Entgeltgruppe E9 bis E12 und jemand mit Master E13 bis E15. Wie es bei Beamten aussieht, habe ich nicht verstanden (ersetzt ein Master-Abschluss ein Referendariat?), aber der Beamtenstatus gehört in Bibliotheken ja sowieso abgeschafft.

An welchen Unis und Fachhochschulen in Deutschland entsprechende Master für den Bibliotheks- und Informationsbereich angeboten werden, geht aus einer Tabelle in der aktuellen Ausgabe von Buch und Bibliothek hervor. Welcher Abschluss tatsächlich sinnvoll und hilfreich ist, lässt sich daraus eher nicht ablesen, das hängt eher von den jeweiligen Studienordnungen und Dozenten ab. Wie wäre es mit einem Bachelor im Bibliothekswesen und einem Master in Informatik (oder umgekehrt)?

Studierende in Konstanz für mehr Gebühren?

10. Mai 2007 um 12:33 9 Kommentare

Wie Eric Steinhauer berichtet, legt die Bibliotheksgebührenordnung der Universität Konstanz (PDF) vom 19. Dezember 2006 in § 2 Abs. 2 Nr. 1 eine Jahresgebühr für externe Benutzung in Höhe von 56 € fest. Eine Ermäßigung aus sozialen Gründen ist nicht vorgesehen. Nach einem Artikel in Heft 85 (16. April 2007) der Mitarbeiterzeitung der UB Konstanz beschreibt Petra Hätscher, wie die Gebühren zustande gekommen sind. Angeblich haben Studierende im Senat dafür gesorgt, dass die Gebühren nicht niedriger ausgefallen sind und dass eine Ermäßigung aus sozialen Gründen abgelehnt wurde. Der Artikel ist leider noch nicht online und das Protokoll der Senatssitzung liegt mir auch nicht vor, deshalb sollten keine voreiligen Urteile abgegeben werden. Am Besten sollte sich erstmal der AStA der Uni Konstanz zum Thema äußern. Da RCDS und die Liberale Hochschulgruppe zusammen nur 4 von 13 Sitzen haben, scheiden die üblichen Verdächtigen ja schon mal aus. Ich kann mir allerdings denken, dass die Studenten in Argumentationsfalle getappt sind, wie sich von Unicheck/INSM zur Erhöhung der Akzeptanz von Studiengebühren verwendet werden: Die UB Konstanz bekommt nämlich von den Studiengebühren 420.000 Euro – davon profitieren natürlich auch externe Benutzer. Anstatt das als einen weiteren Grund zur grundsätzlichen Kritik an Studiengebühren zu nehmen, denkt sich da so mancher Student, dass externe Benutzer eben auch zur Kasse gebeten werden sollten – und schon haben die neoliberalen Befürworter von Studiengebühren mit ihrer Argumentation gewonnen. Alles wird versucht gegeneinander aufzurechnen und die Spriale des Gebühren-Wettrüstens kann losgehen. Das Leistungen wie Bildung und Bibliotheken kostenlos angeboten werden und für eine offene Gesellschaft unabdingbar sind, passt da wohl nicht ins Konzept.

Suchmaschinenoptimierung á la INSM

19. April 2007 um 12:54 13 Kommentare

Wie im Weblog unter Perspektive 2010 Anfang April berichtet wurde, sind Unterlagen eines für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) arbeitenden Suchmaschinenoptimierers öffentlich geworden. Darin wurden Webseiten danach unterschieden, ob sie die Lobbyorganisation positiv oder eher kritisch beurteilen, um möglichst positive Bericht bei Google & Co nach oben zu bringen. Was mich dabei wundert: Der Wikipedia-Eintrag zu INSM ist als „zu negativ“ eingestuft. Dabei sollten Wikipedia-Artikel doch (zumindest im Idealfall) neutral informieren – anscheinend ist das entweder nicht im Interesse von INSM oder der Wikipedia-Artikel ist nicht neutral. Im Zuge der Aufdeckung haben zahlreiche Blogs berichtet und dafür gesorgt, dass jetzt vor allem kritische Beiträge unter den ersten Treffern landen – zum Beispiel aktuell Berichte um die „Studentenplattform“ unicheck.de, die dazu dient, die Akzeptanz von Studiengebühren bei den Studenten zu erhöhen. Das ist wohl nach hinten losgegangen (wie auch grundsätzlich die Studiengebühren, die jetzt eher sinnlos verbraten werden und den Akademikermangel fördern).