Das „nächste große Ding“ im Netz: eine Rückschau

12. November 2010 um 19:27 Keine Kommentare

Projekte im Web mit nachhaltigen „Wow!-Effekt“ bei mir innerhalb der letzten 8 (23) Jahre:

Wikipedia
ab etwa 2002
LibraryThing
ab etwa 2006
OpenStreetMap
ab etwa 2008
Stack Exchange (Stack Overflow u.A.)
ab etwa 2010
Anteil dieser Projekte, bei denen die Anwender nicht als Konsumenten oder Kunden, sondern als essentielle Mitarbeiter ernstgenommen werden:
100%
Anteil dieser Projekte, die Inhalte unter einer Freien Lizenz (mindestens CC-BY-SA) bereitstellen:
100%

Mit besseren Community-Funktionen und wenn git nicht so kompliziert wäre, käme als weiterer Kandidat Github in Frage. Aus der Zeit vor dem WWW ist noch das Usenet zu nennen.

Die Rolle der Bibliotheken im Internetzeitalter

21. Juni 2008 um 03:07 1 Kommentar

Da die „uncoolen“ Potsdamer BibliothekarInnen nun schon die dritten sind, die mich auf den Artikel „Die Rolle der Bibliotheken im Internetzeitalter“ (PDF) von Barbara Lison im Themenheft „Wissen im Web“ von „UNESCO heute“ (Ausgabe 1/2008) hinweisen, muss ich doch meinen Senf dazugeben (zumal ich nach drei Wochen Telekom-Generve endlich wieder Internet habe und somit wieder bloggen kann). Der Artikel bietet eine gute Darstellung des aktuellen aktuellen Standes.

Neben die Sammlung und Erschließung von Inhalten – ob in gedruckter Literatur oder in Netzpublikationen – ist immer stärker die Aufgabe der Vermittlung, der Eröffnung des Zugangs getreten.

Außerdem wird ganz kurz das EU-Projekt Europeana genannt – eine etwas bessere Darstellung gibt Jörn Sieglerschmidt im Interview mit dem SWR. Ein wenig erinnert mich der Artikel an „Bücher und Internet: Das Kaleidoskop der Vergangenheit“ von Johannes Schneider Anfang des Monats in der Süddeutschen Zeitung (siehe Kommentar und mein Hinweis): Mehr oder weniger alles richtig und wichtig aber ziemlich unkonkret, wenig vorausschauend oder innovativ und eigentlich schon vor 5 bis 10 Jahren passend. Schön, dass Bibliotheken allgemein in den Medien präsenter sind, aber für die Darstellung des aktuellen Standes gibt es doch Wikipedia!. Vielleicht ist das UNESCO-Magazin einfach nicht der richtige Ort für neue Entwicklungen; der Artikel zu Wikipedia ist ebenfalls nur sehr allgemein gehalten und das mehrfach im Magazin erwähnte Thema Web 2.0 ist eigentlich inzwischen ein alter Hut.

Was nun tatsächlich die Rolle von Bibliotheken im Internetzeitalter ist und sein wird, beantwortet der Artikel jedenfalls nicht zufriedenstellend. Ãœberhaupt ist der Begriff „Internetzeitalter“ viel zu kurz gegriffen. Es geht nicht um das Zeitalter des Internet, sondern um das Zeitalter der Digitalisierung aller Informationen und damit um die unbegrenzte Kopier-, Modifizier- Annotier-, Verknüpf-, und Verfügbarkeit von Informationen. Und dabei haben Bibliotheken ihre Rolle noch längst nicht gefunden.