Mashups und Mashup-Editoren

26. November 2007 um 01:50 4 Kommentare

Unter der Bezeichnung ‘Mashups’ spielt im Internet das Zusammenführen von verschiedenen Quellen und Diensten eine zunehmende Rolle. Der folgende studentische Beitrag gibt eine kurze Einführung in das Thema Mashups und Mashup-Editoren. Dazu gibt es eine passendes Beispiel bei Pageflakes und eine weiterführende Literaturliste bei BibSonomy.

Der Begriff Mashup stammt ursprünglich aus den Gebieten der Literatur und Musik (siehe Holz, P. (2007), S. 70) In Bezug auf Musik wurden z. B. Bestandteile zweier individueller Songs zu einem neuen Werk miteinander vermischt bzw. gemixt. Vor dem Hintergrund des Internets bedeutet der Begriff Mashup im Prinzip nichts anderes, denn hier werden wiederum entweder zwei (oder mehr) bereits bestehende Web-Anwendungen und deren Funktionen miteinander kombiniert oder es wird eine bestehende Web-Andwendung mit Daten respektive Informationen anderer Dienste verknüpft, um so ein neuartiges Angebot zu schaffen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, bis auf die Tatsache, dass die gewünschten Web-Dienste natürlich eine offene und möglichst standardisierte Schnittstelle bzw. API (Application Programming Interface) bereitstellen müssen, um eine Nutzung ihrer Funktionalität bzw. Weiterwendung ihrer Daten zu ermöglichen. Es ist also von großer Bedeutung in welcher Form Daten und Informationen bereitgestellt werden, um eine mögliche weitere Verwendung zu gewährleisten. Eine der ersten als Mashup bezeichneten Anwendungen war wohl die Kombination der damals noch nicht offiziell dokumentierten Schnittstelle von Google Maps mit Immobilienanzeigen zum Angebot der Website Housingmaps.

Wie bei vielen neuen Innovationen in den letzten Jahren werden auch bei den Mashups die in der Anfangsphase bestehenden Beschränkungen der genutzten Software, in diesem Falle u. a. des Browsers, ausgehebelt oder umgangen (siehe Theurer, D. (2007), S.58 – 63). Mashups nutzen zu einem großen Teil Javascript, um Anfragen zu senden, Informationen auszuwerten und dem Benutzer Funktionalität zu bieten. Ein Mashup verbindet nun zwei verschiedene Web-Dienste von unterschiedlichen Domains z.B. Fotos von flickr und deren Aufnahmestandort angezeigt auf Google Maps miteinander. Die bestehende Beschränkung im Browser ist der Sicherheit geschuldet und verhindert die Ausführung solcher domain-übergreifender Zugriffe durch Javascript (Crossdomain-Restriktion). Bei Mashups werden nun an dieser Stelle bewusst Restriktionen der Browser durch verschiedene Workarounds (Proxy-Weiterleitung/JSON-Aufrufe) umgangen, um ein Mashup überhaupt zu ermöglichen.

Mittlerweile gibt es nicht nur eine riesige Anzahl von Mashups und Web-Diensten mit offenen Schnittstellen, die diese ermöglichen – zu sehen bei Programmable Web – sondern auch eine wiederum ganz neue Art von Anwendung, die u. a. auch von Tim O’Reilly als neuer Meilenstein in der Geschichte des Internets bezeichnet wurden – die Mashup-Editoren. Diese Editoren sollen es einem Benutzer ohne großes Hintergrundwissen ermöglichen, selbst individuelle und vor allem neue Dienste auf Basis bereits bestehender Angebote bzw. Informationsquellen zu erstellen. Viele bekannte Unternehmen u. a. Google mit dem Mashup Editor, Intel mit dem Mashup Maker gefolgt von Yahoo mit Pipes und auch Microsoft mit Popfly und IBM mit ihrem QEDWiki bieten ihre eigenen Entwicklungen mehr oder weniger frei zugänglich an. Insbesondere Yahoo Pipes mit einem sehr schönen und intuitiven Interface bietet dem gewillten Benutzer die Möglichkeit allem voran bestehende News-Feeds nach eigenen Wünschen zu filtern und/oder zu kombinieren, um so bestehende Angebote ganz neu und indivuell angepasst zu erweitern und stellt somit einen erheblichen Mehrwert für seine Nutzern dar. Diese neu erstellten Dienste können dann auch wieder exportiert werden und erneut als Basis für andere Anwedungen dienen z. B. für Pageflakes, iGoogle oder Netvibes, die beide personalisierte Portalseiten anbieten. So ist es möglich, sich ohne großen Aufwand sein ganz eigenes, speziell auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittenes Portal im Internet »zusammenzuklickern«. Auch wenn das in der Praxis nicht immer ganz so leicht durchzuführen ist, wie von den Entwicklerunternehmen angepriesen, mit ein wenig Hintergrundwissen als Basis und etwas Einarbeitungszeit sind auf jeden Fall sehr gut nutzbare Ergebnisse zu erzielen.

4 Kommentare »

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  1. Habe ich die Autorenangabe übersehen, oder ziehen es “studentische Autoren” vor, anonym zu bleiben? Wäre es ein unsinniges Machwerk, könnte ich es ja noch verstehen, der Text ist aber doch recht informativ!

    Kommentar by Bego — 26. November 2007 #

  2. Nun ja, es muss doch nicht jeder seine Identität online heraushängen lassen – die staatliche Zwangsüberwachung ist schon schlimm genug und wer weiß, ob mein Blog irgendwann auf einer schwarzen Liste auftaucht.

    Kommentar by jakob — 26. November 2007 #

  3. ich weiß wer es war, sags aber nicht!

    Kommentar by ich — 14. Dezember 2007 #

  4. Hier, ich war’s – aber ich sag’s auch nicht! ;)

    Kommentar by Der Verfasser — 15. Dezember 2007 #

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