Mit Creative Commons 3.0 aus der GFDL-Sackgasse

13. Mai 2007 um 16:48 4 Kommentare

Obwohl sowohl die in Wikipedia genutzte GFDL als auch die Creative-Commons-Lizenzen (in den Varianten, bei denen kommerzielle Verwertung und Bearbeitung erlaubt ist) Lizenzen für freie Inhalte sind, sind sie leider bisher miteinander inkompatibel. So können beispielsweise Wikipedia-Inhalte (da GFDL) nicht mit CC-lizensierten Werken gemischt werden und das Einstellen von CC-lizensierten Inhalte in Wikipedia ist ebenfalls nicht möglich. Mit der Ende Februar erfolgten Veröffentlichung der Version 3.0 der CC-Lizenzen ist jedoch ein wichtiger Schritt in Richtung GFDL-CC-Kompatibilität getan. Wie hier beschrieben werden in Zukunft unter http://creativecommons.org/compatiblelicenses BY-SA-kompatible Lizenzen aufgeführt werden. Dazu könnte in Zukunft auch die GFDL gehören. Jetzt ist die Free Software Foundation am Zug, die ebenfalls eine neue Version der GFDL herausgeben muss, um dies zu erreichen. Die Diskussion zur GFDL 2.0 hat im September letzten Jahres begonnen, ob dabei endlich GFDL/CC-BA-SA-Kompatibilität erreicht werden wird, ist noch unklar.

Ãœbrigens: Wie bei der Digitalen Allmend zu lesen können in der Schweiz wahrscheinlich auch CC-lizensierte Werke gleichzeitig über die Verwertungsgesellschaft Suissimage verwertet werden – ob und wie freie Inhalte in Deutschland über die Verwertungsgesellschaften abgerechnet werden können, ist meines Wissens noch nicht geklärt. Bis also Deutsche Wikipedia-Autoren für ihre Artikel eine Vergütung von VG Wort bekommen können, ist also noch einiges zu tun, aber es liegt im Bereich des Möglichen.

4 Comments »

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  1. Das sehe ich allerdings nicht kommen. Jedenfalls dann nicht, wenn sich WP-Autoren quer stellen:

    You may copy and distribute a Modified Version of the Document under the conditions of sections 2 and 3 above, provided that you release the Modified Version under precisely this License, with the Modified Version filling the role of the Document, thus licensing distribution and modification of the Modified Version to whoever possesses a copy of it.

    Von einer Version 2 als möglicher Alternative sehe ich da nix. Und die Zustimmung sämtlicher Vor-Autoren einzuholen — das halte ich für beinahe unmöglich für viele Artikel.

    Das kaskadiert ja herunter, bis zum ersten Autor eines Artikels müssten alle zustimmen. Ich glaube also, die GFDL 2.0 kann der Wikipedia nicht mal eben übergestülpt werden. Das kann passieren, wenn man sich so eine wahnsinnig restriktive Lizenz aussucht… Es gibt ja ganze Betriebssystemkerne, die da ganz ähnliche Probleme haben…

    (Randbemerkung: Der WP-Artikel zur GFDL ist ja grauslig — und ja, ich weiß, was ich dagegen tun könnte! Wo wurde denn etwa die GFDL schon „vor Gericht getestet“?)

    Comment by Hans-Werner — 13. Mai 2007 #

  2. Querlegen könnten sich dank der völlig unpraktischen GFDL Wikipedia-Autoren bei den meisten bisherigen Nutzungen von Wikipedia-Inhalten theoretisch sowieso schon. Zum Glück besteht die Mehrheit der Wikipedia-Autoren jedoch nicht aus klagewütigen Rechthabern, sondern arbeiten daran, eine freie Enzyklopädie zu erstellen.

    Über die Details, wie eine Kompatibilität von GFDL und CC zu erreichen ist, sollen sich doch bitte lieber die professionellen Juristen von FSF und CC Gedanken machen anstatt die juristischen Laien aus der Wikipedia-Community. Die Kompatibilität zwischen GFDL und CC sollte eigentlich allen Wikipedianern ein Anliegen sein, weil bisher die Verbreitung und Weiternutzung des gesammelten Wissens behindert wird. Den Meisten sind diese ganze Lizenzdetails sowieso egal, sonst wäre der Artikel Creative Commons nicht so dürftig.

    Wenn übrigens mal wieder Bedarf zur Klärung konkreter juristischer Fragen im Zusammenhang mit freien Lizenzen besteht, kann der Wikimedia Deutschland e.V. sicherlich ein weiteres Rechtsgutachten von Experten einholen. Wie es dann vor Gericht aussieht, hängt jedoch jeweils immer vom Einzelfall ab.

    Comment by jakob — 14. Mai 2007 #

  3. Zu SUISSIMAGE haben wir gerade eine FAQ veröffentlicht in unserem Blog.

    Comment by Daniel — 20. Mai 2007 #

  4. Inzwischen gibt es bei CC Schweiz auch Antworten von ProLitteris, der Verwertungsgesellschaft für Literatur und bildende Kunst in der Schweiz [via Netzpolitik].

    Comment by jakob — 26. Mai 2007 #

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