ISBN, EAN, UPC, ASIN – kleiner Exkurs Identifikatoren

16. April 2007 um 01:04 3 Kommentare
Barcode als Protest
Bild: normale.at/OMC

Ich bearbeite schon seit einiger Zeit das Thema Identifikatoren (künstliche Identifizierungsmerkmale wie zum Beispiel Hausnummern, Produktcodes etc.) in der deutschsprachigen Wikipedia und habe Ende 2004 dort die koordinierte Verwendung von Identifikatoren für Weblinks in Form von “Datenbanklinks” angeregt. Vorgestern kam dort die Diskussion auf, so genannte ASIN zur Verlinkung auf Amazon zu verwenden. Die ASIN ist eine von Amazon verwendete interne Produktnummer, mit der unter Anderem auch Bücher identifiziert werden können, die keine ISBN besitzen. Dies trifft zum Beispiel auf viele Hörbücher zu. Im Hörbuch- und Hörspiel-Blog habe ich dazu einen Beitrag gefunden, der auf ein Produkt-Duplikat verweist, das durch Verwirrungen bei den Identifikatoren eines Hörbuchs entstanden ist: So wird das Hörbuch “Ich und Kaminski” bei Amazon völlig unabhängig voneinander einmal im Bereich Buch und einmal im Bereich Musik geführt. Im ersten Fall sind die ISBN (3829114524 bzw. 978-3829114523 als vollständige ISBN-13) und im zweiten Fall die ASIN (B000G2Y666) angegeben. Die ISBN-13 ersetzt seit Anfang diesen Jahres die alten 10-stelligen ISBN, wobei sich jede 10-stellige ISBN eindeutig und automatisch in eine 13-stellige ISBN umwandeln lässt. Da solche Umstellungen nun mal lange dauern, werden bislang ISBN-10 und ISBN-13 parallel angegeben. Bei ISBN-13 handelt es sich genau genommen um eine Form des guten alten Barcodes: Das System heisst International Article Number (EAN). Neben ISBN ist inzwischen auch das amerikanisch System des Universal Product Code (UPC) in EAN aufgegangen. Es gibt also in Zukunft für Handelsartikel (egal ob Hörbuch oder Coladose) nur noch ein einheitliches System – was vielleicht kulturlos erscheinen mag, aber eigentlich doch ganz praktisch ist. Die Sache mit dem doppelten Hörbuch im Katalog ist übrigens nichts ungewöhnliches sondern leider das tägliche Brot des Systembibliothekars: Ein Teil meiner Arbeit beim GBV besteht vereinfacht ausgedrückt darin, solche und ähnliche Unstimmigkeiten zu finden und zu beheben.

3 Kommentare »

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  1. Hallo Jakob,

    ich finde es sehr spannend mit dem Projekt Numly, man kann bei der Publikation im Internet einfach eine Numly Nummer (ESNs: Electronic Serial Numbers) als Identifikationsnummer vergeben. Vielleicht kann man die Nummer gut brauchen, wenn die Bibliothek oder andere Einrichtung in der Zukunft z.B. Weblogs katalogisieren wird.

    Viel Erfolg mit dem schönen Blog!

    Gruß aus Heimatstadt :-)

    Kommentar by jintan — 16. April 2007 #

  2. Danke, Numly und ESN kannte ich noch nicht. Für elektronische Publikationen gibt ja auch schon Handle, URN, PURL, DOI etc. pp. dazu muss ich bei Gelegenheit mal einen eigenen Beitrag schreiben.

    Kommentar by jakob — 16. April 2007 #

  3. [...] Suchanfragen hoch gerankt werden – populär sind vor allem MBTI (im Moment Google Platz 12) und ASIN (Platz 7). Besonders erfreut es, dass ich anscheinend beim Googeln nach Jakob knapp vor Jakob Maria [...]

    Pingback by Ein Jahr Jakoblog « Jakoblog — Das Weblog von Jakob Voß — 13. April 2008 #

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