O’Reilly steigt mit HTMLBook auf HTML5 um

22. September 2013 um 13:22 Keine Kommentare

O’Reilly Media, führender und einflussreicher Verlag im Bereich elektronisches Publizieren und technischer Handbücher, hat angekündigt von DocBook XML auf eine Teilmenge von HTML5 umzusteigen. Neben dem Blogartikel wird der Schritt in einem Fachartikel auf der Balisage Konferenz erläutert. HTML5 soll sowohl erweiterte Dokumentformen (aka “Beyond the PDF”) ermöglichen, als auch gleichzeitig als Autorenwerkzeug dienen. Die von O’Reilly entwickelte Teilmenge von HTML5 heisst “HTMLBook” und ist ein einem öffentlichen Git-Repository einsehbar. Ich persönlich bin ja etwas skeptisch, da WYSIWYG dem Ziel widerspricht, Inhalte für verschiedene Ausgabeformate zu entwerfen und ziehe deshalb Pandoc vor.

Was ist ein Publikationstyp?

7. April 2011 um 20:29 7 Kommentare

Im Rahmen der Weiterentwicklung von DAIA kam wiederholt der Wunsch auf, Exemplare als Netzpublikation zu kennzeichnen, so dass klar ist, dass man direkt über einen Link auf den Titel kommt. Uwe Reh wies in der Diskussion darauf hin, dass nach dem neuen Katalogisierungsstandard RDA eine “Manifestation” (das entspricht etwa einer bestimmten Auflage oder Version einer Publikation) eine eindeutige Materialart haben muss (hier eine RDA-Übersicht zur Manifestation [PDF]). Aber ist die Materialart das Gleiche wie ein Publikationstyp?

Das Konzept des Publikationstyps hat mich schon öfter etwas genervt wenn ich von irgend einer Anwendung oder einem Datenformat gezwungen wurde, für eine Publikation einen “Typ” auszuwählen. In BibTeX gibt es beispielsweise 14 verschiedene Typen von “article” über “proceedings” bis “misc”. Daneben gibt es zahlreiche andere Listen von Typen. Also was ist das eigentlich, ein Publikationstyp?

In Wikipedia gibt es dazu bislang keinen Artikel, nur verschiedene Artikel zu einzelnen Literaturgattungen, Formen von wissenschaftlichen Arbeiten, oder allgemein Formen von Publikationen. Über DBPedia ließen sich diese Listen auch zur Angabe von Publikationstypen verwenden. Das Glossar Informationskompetenz definiert Publikationstyp als “Form einer schriftlichen Veröffentlichung, von Zweck, Umfang und Inhalt bestimmt. In Katalogen und Datenbanken ist der Publikationstyp meist ein mögliches Suchkriterium, mit dem die Treffermenge bei einer Literatursuche formal eingeschränkt werden kann.” Der Eintrag im Lexikon der Bibliotheks und Informationswissenschaft (LBI) erscheint gerade erst mit Band 9. Konrad Umlauf definiert Publikationstyp dort als ” Klasse von Publikationen mit mindestens einem gleichen Merkmal” und weist angesichts überschneidender Begriffe wie “Dokumenttyp”, “Materialart”, “Editionsform” und “Medientyp” darauf hin, dass es “keinen einheitlichen Begriff von Publikationstyp” gibt.

Wenn es jedoch keine einheitliche Definition von Publikationstyp gibt, ist der Zwang, dass eine Publikation genau einen Typ haben muss, um so unsinniger. Warum kann eine Publikation zum Beispiel nicht gleichzeitig Buch, Onlinepublikation und Dissertation sein? Oder gleichzeitig Mikroform, Onlinepublikation und Klaviernoten (die Links gehen auf die Klassifikationen von Publikationen aus RDA)? Sicher schließen sich einige der Typen aus, aber eben nicht alle. Sinnvoller wäre da eine Facettenklassifikation von Publikationstypen. Darauf werden sich die verschiedenen Anwender jedoch wahrscheinlich nie einigen werden. Stattdessen gibt es zahlreiche unabhängige Klassifikationen:

Und viele,viele weitere…

Vielleicht sollten wir einfach aufhören von Publikationstypen zu reden und uns stattdessen auf charakteristische Eigenschaften (Höhe, Breite, Umfang, Zielpublikum etc.) beschränken?

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