Zwei Jahre PICA::Record

20. Juli 2009 um 17:06 2 Kommentare

Heute vor zwei Jahren habe ich die erste öffentliche Version von PICA::Record auf CPAN hochgeladen. Das Comprehensive Perl Archive Network (CPAN) ist ein umfassendes Repository von Open-Source-Modulen für die Programmiersprache Perl. Mit Perl habe ich erst relativ spät angefangen, die die Sprache nicht sauber definiert und für ihre mögliche Unleserlichkeit bekannt ist. Andererseits trifft zu, was Larry Wall, der Autor von Perl 1999 sagte:

The very fact that it’s possible to write messy programs in Perl is also what makes it possible to write programs that are cleaner in Perl than they could ever be in a language that attempts to enforce cleanliness.

Die Tatsache, dass Programme (und damit ist hier der Quellcode gemeint) als “schön” bezeichnet werden können zeigt, dass Programmieren auch als eine Kunst angesehen werden kann – und die Bühne für Perl ist dabei CPAN :-) Übrigens habe ich bislang noch keine schöne kommerzielle Bibliothekssoftware gesehen – aber Bibliotheken geht es beim Erwerb von Software ja auch weniger darum, dass sie etwas schönes und sinnvolles mit der Software anfangen können, sondern darum dass sie die Verantwortung an einen Softwarehersteller abschieben können.

Das Modul PICA::Record hat wahrscheinlich nur einen ziemlich begrenzten Anwenderkreis, da das PICA+ Datenformat sogar bei vielen Bibliothekaren eher unbekannt ist. Inzwischen ist wahrscheinlich PICA::Record mit allen Beschreibungen, Tests und Beispielen selbst die umfangreichste Dokumentation zu PICA+. Seit dem Bibliothekstag 2009 gibt es auch eine Kurzbeschreibung als Faltblatt auf Deutsch (“Verarbeiten von PICA+ Daten mit PICA::Record“). Die aktuelle Version enthält als neuestes die Möglichkeit, PICA-Daten in einer SQL-Datenbank (bislang: SQLite) zu speichern (PICA::SQLiteSTore) und über ein Wiki (PICA+Wiki) darauf zuzugreifen. Für kommende Versionen ist der Ausbau dieses “CMS-Light”, einer Erweiterung der SOAP-API zum Lesen und Schreiben von Datensätzen sowie eine bessere Unterstützung von Lokaldaten geplant.

Sicher gibt es schönere Programmiersprachen als Perl, aber wenn schon mehr Personen im Bibliotheksumfeld programmieren (oder zumindest skripten) lernen – was unbedingt notwendig ist – könnte Perl die richtige Wahl sein, da sich mit PICA::Record bereits nach kurzer Zeit praxistaugliche Ergebnisse erzielen lassen. Zum deutschsprachigen Austausch zwischen Entwicklern im Bibliotheksbereich gibt es übrigens die Mailingliste bibcode.

2 Kommentare »

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  1. PICA, Perl und die Pfolgen….

    Zwei Jahre gibt es nun PICA::Record, schreibt Jakob Voss. Und da die jakoblogliche Kommentarfunktion momentan nicht so will, kommentiere ich von hier:
    Sicher gibt es schönere Programmiersprachen als Perl, aber wenn schon mehr Personen im Bibliotheksum…

    Trackback by Infobib — 23. Juli 2009 #

  2. Zwei Jahre ist ja schon eine ganze Zeit, muss man sagen. Das Zitat da oben über Perl ist gut xD

    Kommentar by Michael — 9. August 2009 #

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