Beate Klarsfeld und Deutsche Bahn als Anti-Antifa

23. Dezember 2007 um 22:15 2 Kommentare

Auf Beate Klarsfeld bin ich zufällig beim Verfassen meines letzten Artikels gestoßen – bekannt wurde sie Ende 1968 durch ihre Ohrfeige gegen Kurt Kiesingers (Bundeskanzler der ersten großen Koalition), um auf dessen unbewältigte Nazivergangenheit hinzuweisen. Beate Klarsfeld ist bis heute weiter antifaschistisch aktiv und hat dazu beigetragen, dass wenigstens einige Nazi-Verbrecher angeklagt wurden (Kiesinger würde ich eher als Mitläufer einstufen) – dafür ist sie in Frankreich ungleich bekannter als in Deutschland. Wer etwas genauer selber recherchiert, wird feststellen, dass es Antifaschismus trotz florierender Gedenkindustrie in Deutschland schwer hat, sobald vor der eigenen Haustür nachgeschaut werden soll. Ein typisches Beispiel ist die Schönigung der Statistik über Straftaten mit rechtsradikalem Hintergrund in Sachsen-Anhalt. Ein anderes ist der Umgang der Deutschen Bahn mit der Initiative 11.000 Kinder, ein anderes Projekt für das sich Beate Klarsfeld eingesetzt hat. Selbst dem sehr abgespeckten Zug der Erinnerung werden von Bahn (und ihrem Inhaber, dem Bund) noch immer Steine in den Weg gelegt. Ich kann die Interviews mit Beate Klarsfeld empfehlen, macht euch einfach selber ein Bild.

2 Kommentare »

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  1. Wieso ist der “Zug der Erinnerung” denn “sehr abgespeckt”? Im Vergleich zur 11.00-Kinder-Ausstellung scheint es mir eher eine Erweiterung gegebenen zu haben. Es werden in der ZUgausstellung Kinder und jugendliche Deportierte aus fast allen europäischen Ländern dargestellt. Außeredem gibt einen Täterbereich, in demauc die NAchkriegskarrieren einiger Bahner dargestellt werden. Die Ausstellung der Klarsfelds konzentrierte bestand im wesentlichen aus Fotos von aus Frankreich deportierter Kinder und hatte noch weniger Text als die Zugausstellung.

    Kommentar by xy — 10. Januar 2008 #

  2. Der Zug der Erinnerung durfte nur für einige Zeit auf dem hintersten Gleis stehen, wofür die Bahn auch noch dicke Gebühren einstreicht. In Frankreich war die Ausstellung mehr sichtbar direkt auf den Bahnhöfen. Den inhaltlichen Umfang kann ich nicht beurteilen.

    Kommentar by jakob — 10. Januar 2008 #

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