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	<title>Jakoblog &#187; Bibliothek</title>
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	<description>Das Weblog von Jakob Voß</description>
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		<title>Wikipedia ist keine Loseblattsammlung</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 21:34:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jakob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit mittlerweile sieben Jahren gibt es mit dem Wikipedia-Portal Bibliothek, Information, Dokumentation eine Übersicht der Wikipedia-Artikel aus dem BID-Bereich. Ich gehe davon aus, dass alle Studieren der Bibliotheks- und Informationswissenschaft die dort aufgeführten Wikipedia-Inhalte auch für ihr Studium nutzen. Wenn ich mir die Artikel anschaue, die Christoph Demmer unermüdlich als neu angelegt im BID-Portal einträgt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit mittlerweile <a href="http://jakoblog.de/2008/09/09/vier-jahre-wikipedia-portal-bibliothek-information-dokumentation/">sieben Jahren</a> gibt es mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Bibliothek,_Information,_Dokumentation">Wikipedia-Portal Bibliothek, Information, Dokumentation</a> eine Übersicht der Wikipedia-Artikel aus dem BID-Bereich. Ich gehe davon aus, dass alle Studieren der Bibliotheks- und Informationswissenschaft die dort aufgeführten Wikipedia-Inhalte auch für ihr Studium nutzen.</p>
<p>Wenn ich mir die Artikel anschaue, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:ChristophDemmer">Christoph Demmer</a> unermüdlich als neu angelegt im BID-Portal einträgt (vielen Dank!), frage ich mich allerdings manchmal, ob das Projekt nicht gescheitert ist (wieder so eine Idee für <a href="http://libreas.wordpress.com/2011/12/11/scheitern-in-der-schreibwerkstatt-aus-der-redaktion-der-libreas-library-ideas/">einen LIBREAS-Artikel zum Thema Scheitern</a>). Es ist zwar nicht so, dass Wikipedia nicht oder nur passiv verwendet würde. Der Anteil derer, die sich trauen, einen Fehler zu korrigieren oder fehlende Informationen und Zusammenhänge einzutragen, liegt eben nur im einstelligen Prozentbereich. Vereinzelt finden sich sich aber sowohl Studierende als auch Institutionen und ihre Mitarbeiter, die etwas zu Wikipedia beisteuern. Die neuen Artikel sind auch nicht unbedingt schlecht, sie müssen in der Regel nur etwas angepasst werden. Trotzdem bleibt ein wenig Enttäuschung, wenn ich mir Artikel zu Bibliotheken, Bibliothekaren und den Phänomenen mit denen sie sich beschäftigen, in Wikipedia anschauen. Was ist das Problem?</p>
<p><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c5/Looseleaf.jpg/220px-Looseleaf.jpg" title="Wikipedia 1.0" class="alignleft" width="220" height="151" /> Ich glaube, dass viele Menschen Wikipedia als Loseblattsammlung missverstehen: ab und zu kommen Änderungen und neue Artikel, die Artikel haben einige Links, aber das war es auch schon. Weder dem Austausch zwischen den Wikipedia-Autoren noch dem Hypertext-Charakter der Online-Enzykopädie als Gesamtsystem wird diese Vorstellung gerecht. Dabei finde ich viel wichtiger dass Wikipedia Denkanstöße schafft, Zusammenhänge aufzeigt und einen Überblick bieten kann. Neue Artikel, wie zum Beispiel <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronische_Bibliothek_Schweiz">Elektronische Bibliothek Schweiz</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Primo_Central">Primo Central</a>, stehen jedoch eher da wie Inseln im Informationsdschungel, um eine mißglückte Metapher zu bemühen (@LIBREAS habt ihr was zu gescheiterten Metaphern?). Auf den Inseln lässt sich es sich zwar leben, geographische Grundkenntnisse  bleiben aber begrenzt. </p>
<p><a href="http://tallblog.conted.ox.ac.uk/index.php/2011/09/30/the-learning-black-market/">In einer Studie zum Lernverhalten im Internetzeitalter</a> fasste kürzlich  ein Tutor das Problem für die passive Wikipedia-Nutzung zusammen:</p>
<blockquote><p>The problem with Wikipedia is it’s too easy.  You can go to Wikipedia, you can get an answer, you don’t actually learn anything, you just get an answer.</p></blockquote>
<p>Dies gilt ähnlicher Weise auch für die aktive Wikipedia-Nutzung durch das Anlegen von Artikeln. Man lernt zwar etwas über den Gegenstand des Artikels und wie man einen Artikel schreibt. Das Verständnis der Zusammenhänge bleibt jedoch eher gering, solange nicht ein ganzes Teilnetz von thematisch verwandten Artikeln überarbeitet wird.</p>
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		<title>Mit dem Handy Bibliotheksbücher lokalisieren dank NFC</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 21:35:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jakob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Geht man die Liste der Mobilgeräte mit NFC (Near Field Communication) bei Wikipedia durch, so finden sich immer mehr Handys, die diese drahtlose Übertragungstechnik unterstützen. Das Google Nexus unterstützt bereits NFC, das BlackBerry Bold 9900 ist vor einigen Tagen in den USA mit NFC herausgekommen und auf der IFA 2011 stellt Samsung im September das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Geht man die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Near_field_communication#NFC-enabled_handsets">Liste der Mobilgeräte mit NFC</a> (Near Field Communication) bei Wikipedia durch, so finden sich immer mehr Handys, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Near_Field_Communication">diese drahtlose Übertragungstechnik unterstützen</a>.  Das <a href="http://www.google.de/nexus/#/tech-specs">Google Nexus</a> unterstützt bereits NFC, das BlackBerry Bold 9900 ist vor einigen Tagen in den USA mit NFC herausgekommen und  auf der IFA 2011 stellt Samsung im September das <a href="http://www.golem.de/1108/86038.html">Samsung Galaxy S2 LTE</a> ebenfalls mit NFC vor. Nokia hat auch schon Erfahrung mit der Technik, nur ob Apple mit dem iPhone 5 auch auf NFC setzt oder Bluetooth 4.0 favorisiert, ist noch unklar.</p>
<p>Für Android-Handys (Android 2.3) gibt es schon <a href="http://www.nfc-handy.eu/nfc-anwendungen/liste-bestehender-nfc-anwendungen-app/apps-fur-android-nfc-handys/">verschiedene Apps</a>, mit denen sich per NFC und dem Handy RFID-Chips auslesen lassen. Aus Ermangelung eines entsprechenden Gerätes habe ich aber noch keine davon ausprobiert. Prinzipiell ließe sich jedenfalls eine kleine App entwickeln, über die mit dem Handy die Bibliothek eines beliebigen Buches mit RFID-Chip ermittelt werden kann. Wie <a href="http://www.bibliotheca-rfid.com/de/news/pr-infos/2011/iso-28560-macht-bibliotheken-unabh%C3%A4ngiger-und-steigert-die-effizienz">mit ISO 28560 vereinbart</a>, steht im Chip die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bibliothekssigel">ISIL als weltweit einheitlicher Bibliotheksidentifier</a>. Je nach Fähigkeit des NFC-Gerätes und der Reichweite der RFID-Chips (<a href="http://www.bibliotheksportal.de/themen/rfid/qualitaetssicherung.html">angeblich mindestens 35cm</a>), liesse sich so übrigens auch ermitteln, aus welchen Bibliotheken die Person neben einem gerade Bücher ausgeliehen hat. Zum Datenschutz findet sich von Bibliotheksseite zum Thema RFID leider meist wenig. Der Arbeitskreis kritischer BibliothekarInnen (Akribie) <a href="http://www.akribie.org/dethemadatenschutz.htm#V1">hat einiges gesammelt</a>. Dass in wenigen Jahren jeder mit einem [automatisierbaren!] RFID-Leser in seiner Tasche herumläuft, war bei der Einführung von RFID in Bibliotheken den meisten wahrscheinlich nicht bewusst.</p>
<p>Zum weitergehenden Hacken von NFC-Verbindungen und RFID-Tags <a href="http://hackable-devices.org/products/product/proxmark-iii-rfid-card-no-more-kitting-edition/">bietet sich übrigens dieses Gerät</a> an. Ob sich das bargeldlose Bezahlen mit dem Handy per NFC durchsetzen wird (das ist nämlich der Grund warum es immer mehr Handys unterstützen), bleibt deshalb abzuwarten. Ich vermute aber, dass wieder einmal die Bequemlichkeit siegen wird und dafür hinterher nach mehr Überwachung geschriehen wird <img src='http://jakoblog.de/wp-includes/images/smilies/icon_sad.gif' alt=':-(' class='wp-smiley' /> </p>
<p>P.S.: Das nächste, was dann in Handys eingebaut wird sind Video-Beamer (hat Samsung als Prototyp bereits 2009 vorgestellt). Das Scannen von Büchern ist ja eigentlich schon mit herkömmlichen Handy-Kameras möglich. <a href="http://www.creaform3d.com/de/handyscan3d/products/default.aspx">Handgeführte 3D-Laserscanner</a> sind ebenfalls bereits auf dem Markt, das kann auch gleich dazu. Nach Fukushima gibt es vielleicht auch einen Markt für Geigerzähler in Handys. Nur bei <a href="http://www.golem.de/1105/83436.html">medizinischen Diagnose-Sensoren</a> bin ich noch skeptisch.</p>
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		<title>IT statt Informationskompetenz statt Bibliothekare?</title>
		<link>http://jakoblog.de/2011/04/21/it-statt-informationskompetenz-statt-bibliothekare/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 09:24:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jakob</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Berufsbild]]></category>
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		<description><![CDATA[In der englischsprachigen Biblioblogosphäre wird gerade ein kontroverser Vortrag von Jeffrey Trzeciak, dem Bibliotheksdirektor der McMaster University, Penn State, diskutiert. Angeblich möchte er alle Bibliothekare abschaffen, worauf diese natürlich lautstark protestieren. Laika (Jacqueline) hat einige Aspekte des Vortrags und der Diskussion zusammengefasst (via @tillk) und versucht etwa Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen. Wie in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der englischsprachigen Biblioblogosphäre wird gerade ein kontroverser Vortrag von Jeffrey Trzeciak, dem Bibliotheksdirektor der McMaster University, Penn State, diskutiert. Angeblich möchte er alle Bibliothekare abschaffen, worauf diese natürlich  lautstark protestieren. Laika (Jacqueline) hat <a href="http://laikaspoetnik.wordpress.com/2011/04/20/a-library-without-librarians-the-opinion-of-a-phd-librarian-on-the-jeffrey-trzeciak-controversy/">einige Aspekte des Vortrags und der Diskussion zusammengefasst</a> (via <a href="http://twitter.com/tillk">@tillk</a>) und versucht etwa Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen. Wie in vielen Kontroversen geht es nämlich leider weniger um das Abwägen von Argumenten als darum, die eigene Meinung zu bestätigen. Eine ähnliche Diskussion könnte ich mir auch in der deutschsprachigen Bibliothekswelt vorstellen: die Kontroverse bestätigt leider einen typischen Konflikt  (zu dem ich zugegeben nicht immer unschuldig bin): Auf der einen Seite überheblichen IT-affine, die alles besser wissen, und auf der anderen Seite Bibliothekaren mit Minderwertigkeitskomplex, die lieber nichts neues ausprobieren. Zum Glück bilden diese beiden Extreme nur einen Teil der Bibliothekswelt ab.</p>
<p>In der deutschsprachigen Biblioblogosphäre haben in ihren Weblogs <a href="http://xenzen.wordpress.com/2011/04/20/bessere-tools-statt-ik-veranstaltungen/">Anne Christensen</a> und <a href="http://bibliothekarisch.de/blog/2011/04/20/sind-bessere-suchwerkzeuge-ein-ersatz-fur-die-vermittlung-von-informationskompetenz/">Dörte Böhner</a> die Kontroverse konstruktiv aufgenommen und diskutieren den Aspekt der Informationskompetenz, die Trzeciak scheinbar gleich mit entsorgen möchte. Anne hatte schon früher auf <a href="http://xenzen.wordpress.com/2011/04/11/warum-mich-das-thema-info-kompetenz-neulich-so-angeatzt-hat/">die Problematik des Begriffs Informationskompetenz</a> hingewiesen, aber grundsätzlich halten beide Autoren nichts davon, Veranstaltungen zur Informationskompetenz völlig abzuschaffen. Allerdings kommt es eben auf die Umsetzung an. Wie Dörte treffend schreibt:</p>
<blockquote><p>
Ein einmal eingeworfenes “Man könnte auch mit einem anderen Begriff suchen oder das und das machen…” bewirkt häufig mehr als zwei Stunden IK-Schulung, selbst nach neusten Methoden.
</p></blockquote>
<p>Was für das Verhältnis zwischen Bibliothekaren und Nutzern bezüglich Informationskompetenz gilt, gilt ebenso für das Verhältnis zwischen IT-affinen und IT-zurückhaltenden Bibliothekaren (wobei &#8220;IT&#8221; nicht ganz der treffende Begriff ist, es geht auch um eine allgemeine Kultur des Ausprobierens). Die eine Seite ist nicht dumm oder faul, sondern beide Seiten haben habe es sich jeweils in ihrer Haltung bequem gemacht. Vielleicht hilft dagegen etwas, einfach mehr miteinander zu reden?</p>
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		<title>Was ist ein Publikationstyp?</title>
		<link>http://jakoblog.de/2011/04/07/was-ist-ein-publikationstyp/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Apr 2011 18:29:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jakob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Rahmen der Weiterentwicklung von DAIA kam wiederholt der Wunsch auf, Exemplare als Netzpublikation zu kennzeichnen, so dass klar ist, dass man direkt über einen Link auf den Titel kommt. Uwe Reh wies in der Diskussion darauf hin, dass nach dem neuen Katalogisierungsstandard RDA eine &#8220;Manifestation&#8221; (das entspricht etwa einer bestimmten Auflage oder Version einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen der Weiterentwicklung von <a href="http://www.gbv.de/wikis/cls/Verf%C3%BCgbarkeitsrecherche_mit_DAIA">DAIA</a> kam wiederholt der Wunsch auf, Exemplare als Netzpublikation zu kennzeichnen, so dass klar ist, dass man direkt über einen Link auf den Titel kommt. Uwe Reh <a href="http://sourceforge.net/mailarchive/message.php?msg_id=27320426">wies in der Diskussion darauf hin</a>, dass nach dem neuen Katalogisierungsstandard RDA eine &#8220;Manifestation&#8221;  (das entspricht etwa einer bestimmten Auflage oder Version einer Publikation) eine eindeutige Materialart haben muss (<a href="http://www.rdatoolkit.org/backgroundfiles/Manifestation_6_1_09-1.pdf">hier eine RDA-Übersicht zur Manifestation</a> [PDF]). Aber ist die Materialart das Gleiche wie ein Publikationstyp?</p>
<p>Das Konzept des Publikationstyps hat mich schon öfter etwas genervt wenn ich von irgend einer Anwendung oder einem Datenformat gezwungen wurde, für eine Publikation einen &#8220;Typ&#8221; auszuwählen. In BibTeX gibt es beispielsweise <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/BibTeX#Literaturtypen_.28Entry_Types.29">14 verschiedene Typen</a> von &#8220;article&#8221; über &#8220;proceedings&#8221; bis &#8220;misc&#8221;. Daneben gibt es zahlreiche andere Listen von Typen. Also was ist das eigentlich, ein Publikationstyp?</p>
<p>In Wikipedia gibt es dazu bislang keinen Artikel, nur verschiedene Artikel zu einzelnen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Literaturgattung">Literaturgattungen</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Wissenschaftliche_Arbeit">Formen von wissenschaftlichen Arbeiten</a>, oder allgemein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Publikation">Formen von Publikationen</a>. Über DBPedia ließen sich diese Listen auch zur Angabe von Publikationstypen verwenden. Das Glossar Informationskompetenz <a href="http://www.informationskompetenz.de/glossar/?term=321">definiert Publikationstyp</a> als &#8220;Form einer schriftlichen Veröffentlichung, von Zweck, Umfang und Inhalt bestimmt. In Katalogen und Datenbanken ist der Publikationstyp meist ein mögliches Suchkriterium, mit dem die Treffermenge bei einer Literatursuche formal eingeschränkt werden kann.&#8221; Der Eintrag im Lexikon der Bibliotheks und Informationswissenschaft (LBI) erscheint gerade erst mit Band 9. Konrad Umlauf definiert Publikationstyp dort als &#8221; Klasse von Publikationen mit mindestens einem gleichen Merkmal&#8221; und weist angesichts überschneidender Begriffe wie &#8220;Dokumenttyp&#8221;, &#8220;Materialart&#8221;, &#8220;Editionsform&#8221; und &#8220;Medientyp&#8221; darauf hin, dass es &#8220;keinen einheitlichen Begriff von Publikationstyp&#8221; gibt.</p>
<p>Wenn es jedoch keine einheitliche Definition von Publikationstyp gibt, ist der Zwang, dass eine Publikation genau einen Typ haben muss, um so unsinniger. Warum kann eine Publikation zum Beispiel nicht gleichzeitig Buch, Onlinepublikation und Dissertation sein? Oder gleichzeitig <a href="http://rdvocab.info/termLIst/extent/1031">Mikroform</a>, <a href="http://rdvocab.info/termLIst/extent/1031">Onlinepublikation</a> und <a href="http://rdvocab.info/termLIst/extentNoteMus/1007">Klaviernoten</a> (die Links gehen auf die Klassifikationen von Publikationen aus RDA)? Sicher schließen sich <em>einige</em> der Typen aus, aber eben nicht alle. Sinnvoller wäre da eine Facettenklassifikation von Publikationstypen. Darauf werden sich die verschiedenen Anwender jedoch wahrscheinlich nie einigen werden. Stattdessen gibt es zahlreiche unabhängige Klassifikationen:</p>
<ul>
<li><a href="http://dublincore.org/documents/dcmi-type-vocabulary/">Dublin Core Resource Types</a></li>
<li><a href="http://metadataregistry.org/vocabulary/show/id/169.html">RDA extent</a></li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/BibTeX#Literaturtypen_.28Entry_Types.29">BibTeX-Typen</a></li>
<li><a href="http://edoc.hu-berlin.de/series/dini-schriften/12/PDF/12.pdf">DINI-Publikationstypen</a> für das XMetaDiss-Format</li>
<li><a href="http://www.gbv.de/vgm/info/mitglieder/02Verbund/01Erschliessung/02Richtlinien/01KatRicht/anhang12.pdf">RSWK-Formcodes</a> nach DIN 31631</li>
<li>Die Klassen der <a href="http://bibotools.googlecode.com/svn/bibo-ontology/trunk/doc/index.html">Bibliographic Ontology</a> oder der <a href="http://purl.org/spar/fabio">Fabio-Ontology</a></li>
<li>Die <a href="http://wiki.surffoundation.nl/display/standards/info-eu-repo#info-eu-repo-Publicationtypes">Publication Type Ontology</a> für info-eu-repo</li>
<li>Die vorgegebenen Typen in Literaturverwaltungsprogrammen (Citavi, Zotero, Mendeley etc.)</li>
</ul>
<p>Und <a href="http://nsgd.gso.uri.edu/pubtype.html">viele</a>,<a href="http://www.ovid.com/site/products/fieldguide/psyn/PTC___Publikationstyp-Codes.jsp">viele</a> weitere&#8230;</p>
<p>Vielleicht sollten wir einfach aufhören von Publikationstypen zu reden und uns stattdessen auf <em>charakteristische Eigenschaften</em> (Höhe, Breite, Umfang, Zielpublikum etc.) beschränken?</p>
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		</item>
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		<title>Comics in Bibliotheken &#8211; ohne Social Cataloging?</title>
		<link>http://jakoblog.de/2011/03/20/comics-in-bibliotheken-ohne-social-cataloging/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Mar 2011 21:57:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jakob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bevor ich das Buch aus der Fernleihe wieder zurückgeben muss, möchte ich auf die Aufsatzsammlung &#8220;Graphic Novels and Comics in Libraries and Archives&#8221; (hrsg. von Robert G. Weiner, McFarland 2010) hinweisen. Der Schwerpunkt liegt zwar auf dem US-Amerikanischen Bibliothekssystem; grundsätzlich sei das Buch jedoch jedem empfohlen, der sich für Comics und Bibliotheken interessiert. Ein kurzes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bevor ich das Buch aus der Fernleihe wieder zurückgeben muss, möchte ich auf die Aufsatzsammlung &#8220;Graphic Novels and Comics in Libraries and Archives&#8221; (hrsg. von Robert G. Weiner, McFarland 2010) hinweisen. Der Schwerpunkt liegt zwar auf dem US-Amerikanischen Bibliothekssystem; grundsätzlich sei das Buch jedoch jedem empfohlen, der sich für Comics und Bibliotheken interessiert. Ein kurzes Interview mit dem Herausgeber <a href="http://www.graphicnovelreporter.com/content/cataloguing-comics-robert-g-weiner-comics-and-libraries-interview">gibt es hier</a>. Außerdem ist mir in den letzten Monaten folgendes zum Thema untergekommen:</p>
<p>Matthias Harbeck hat 2008 am Institut für Bibliothekswissenschaft seine Masterarbeit &#8220;Das Massenmedium Comic als Marginalbestand im deutschen Bibliothekssystem?&#8221; geschrieben (veröffentlicht 2009: <a href="http://edoc.hu-berlin.de/docviews/abstract.php?lang=ger&#038;id=29880">urn:nbn:de:kobv:11-10099165</a>). Eine Zusammenfassung erschien unter dem Titel &#8220;Comics in deutschen Bibliotheken – Ressourcen für Forschung und Fans&#8221; letzten Dezember in Bibliothek – Forschung und Praxis <a href="http://www.bibliothek-saur.de/preprint/2010/ar2657_harbeck_comic.pdf">DOI 10.1515/bfup.2010.044</a> [PDF].</p>
<p>Ralf Palandt hat letzten Monat im Blog der Gesellschaft für Comicforschung <a href="http://www.comicgesellschaft.de/?s=comic-bibliotheken">die drei großen Comicbibliotheken in Deutschland</a> vorgestellt: Die <a href="http://www.comicgesellschaft.de/?p=1225">Bédéthek der Arbeitsstelle für Graphische Literatur</a>  an der Universität Hamburg, das <a href="http://www.comicgesellschaft.de/?p=1233">Comic-Archiv des Instituts für Jugendbuchforschung</a>  an der Goethe Universität Frankfurt a.M. und die <a href="http://www.comicgesellschaft.de/?p=1218">Comic-Bibliothek Renate</a> in Berlin.</p>
<p>Sowohl im Sammelband von Weiner als auch in der Arbeit von Harbeck spielt die Katalogisierung von Comics eine Rolle. Allerdings berücksichtigen beide nur die bibliothekarische Erfassung. Gerade bei der Erschließung von Comics weisen Bibliothekskataloge jedoch sowohl in der Breite als auch in der Tiefe große Lücken auf. Stattdessen gibt es einige Alternativen die aus freiwilligen Projekten stammen: Ein Beispiel ist die kollaborative Katalogisierungsplattform <a href="http://www.comics.org/">Grand Comic-Book Database</a> (comics.org), deren Erschließungsregeln mich stark an die Komplexität bibliographischer Regelwerke erinnern. Selbstverständlich gibt es auch <a href="http://www.librarything.com/tag/comic">bei LibraryThing</a> Einträge zu Comics. Einen Ersatz für die nicht existierende &#8220;Deutsche Nationalbibliographie Reihe Comics&#8221; bietet der <a href="http://www.comicguide.de/">Deutsche Comic Guide</a>. Leider haben die Betreiber des Comic-Guide <a href="http://www.comicguide.de/php/nutzungsbedingungen.php">eine etwas seltsame Rechtsauffassung</a> was die (in Teilauszügen selbstverständlich mögliche) Weiternutzung ihrer Daten betrifft. Eine wichtige Rolle spielen auch Comic-Fachbibliographien, wie sie z.B. regelmäßig in der Literaturwissenschaftlichen Comiczeitschrift <a href="http://www.reddition.de/">Reddition</a> veröffentlicht werden. Wie praktisch alle Comic-Fachzeitschriften ist Reddition allerdings in deutschen Bibliotheken <a href="http://dispatch.opac.d-nb.de/DB=1.1/CMD?ACT=SRCHA&#038;IKT=8506&#038;TRM=1345306-3&#038;PRS=HOL">leider nur selten zu finden</a>, von einer strukturierten digitalen Erfassung der darin aufgeführten Comics ganz zu schweigen.</p>
<p>Insgesamt hat sich die Lage von Comics in Bibliotheken zwar in den letzten Jahren verbessert, sie führen aber noch immer eher ein Nischendasein. Wie mir meine Lieblingsfachreferentin, von der ich auch den Hinweis auf den Sammelband habe, mitteilte, wird jedoch an deutschen Hochschulen regelmäßig zu Comics gelehrt und geforscht. Dadurch sollte sich auch an Hochschulbibliotheken die Situation etwas verbessern. Für die Katalogisierung von Comics halte ich angesichts der Heterogenität von Quellen mittel- bis langfristig die Zusammenführung als Linked Open Data für vielversprechend, allerdings sind mir noch keine Initiativen in diese Richtung bekannt. Ideal wäre eine ViFa Comic (mit dauerhaften Personalmitteln) oder ein &#8220;Institut für Comicforschung&#8221;.</p>
<p>Zuletzt darf der Hinweis auf <a href="http://www.unshelved.com/">Unshelved</a> nicht fehlen. Das Theme Bibliotheken im Comic wäre einen eigenen Artikel wert.</p>
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		<item>
		<title>Das Brennglas des Martin Schrettinger</title>
		<link>http://jakoblog.de/2010/08/23/das-brennglas-des-martin-schrettinger/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 18:08:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jakob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im 1829 erschienenen 2. Band des &#8220;Versuch eines vollständigen Lehrbuches der Bibliothek-Wissenschaft&#8221; habe ich unter der Zwischenüberschrift &#8220;Ist also alles systematisieren unnütz und zweckwidrig?&#8221; ein schönes Zitat von Martin Schrettinger gefunden: Ein systematischer Katalog wäre demnach einer optischen Maschine zu vergleichen in welcher alle Arten von Brenngläsern nach den Graden ihrer Konvexität nach den Verhältnissen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im 1829 erschienenen 2. Band des &#8220;Versuch eines vollständigen Lehrbuches der Bibliothek-Wissenschaft&#8221; habe ich unter der Zwischenüberschrift &#8220;Ist also alles systematisieren unnütz und zweckwidrig?&#8221; <a href="http://books.google.de/books?id=QkpDAAAAYAAJ&#038;ots=fuNQmpFwBg&#038;dq=Schrettinger%20Versuch%20eines%20%20Lehrbuches%20der%20Bibliothek-Wissenschaft&#038;pg=PA85&#038;ci=108%2C767%2C732%2C630&#038;source=bookclip">ein schönes Zitat</a> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Schrettinger">Martin Schrettinger</a>  gefunden:</p>
<p><img src="http://jakoblog.de/wp-content/uploads/2010/08/ZitatSchrettingerSemanticWeb.png" width="432" height="377" class="aligncenter size-full wp-image-848" /></p>
<blockquote><p>Ein systematischer Katalog wäre demnach einer optischen Maschine zu vergleichen in welcher alle Arten von Brenngläsern nach den Graden ihrer Konvexität nach den Verhältnissen ihrer Dimensionen und ihrer mehr oder minder Zirkel oder länglicht runden oder eckigten Form in Gestalt eines Stammbaumes über und neben einander systematisch geordnet und in dieser Ordnung befestigt wären oder wenn man lieber will einem Universal-Brennglase in welchem so viele Unterabtheilungen in systematischer Ordnung eingeschliffen wären dass durch die selben alle erdenklichen Grade von Brennpunkten erzielt werden sollten.</p></blockquote>
<p>Ab dem zweiten Band plädierte Schrettinger wie bereits Albrecht Christoph Kayser in &#8220;Ueber die Manipulation bey der Einrichtung einer Bibliothek und der Verfertigung der Bücherverzeichnisse&#8221; (1790) gegen einen systematischen Katalog, da dieser immer nur eine Sicht darstellen könne. Dass es einmal ein &#8220;Universal-Brennglase&#8221; geben würde, durch das sich alle erdenklichen Grade von Brennpunkten erzielen lassen, konnte er sicher nicht ahnen. Mit etwas Fantasie lässt sich Martin Schrettinger nicht nur <a href="http://jakoblog.de/2008/06/02/social-cataloging-ist-bibliothekswissenschaft-at-its-best/">als Vorreiter des Social Tagging</a> sondern auch von Linked Data (d.h. der beliebigen Rekombinierbarkeit von Katalogbestandteilen) ansehen.</p>
<p>Schrettinger und Kayser konnten sich unter den Bibliothekaren jedoch nicht durchsetzen &#8211; stattdessen dominierte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Adolf_Ebert">Friedrich Adolf Ebert</a> die weitere Entwicklung in Deutschland. Mehr zur frühen Geschichte des Katalogs findet sich bei Uwe Jochum, u.A. in &#8220;Die Idole der Bibliothekare&#8221; (1995), <a href="http://books.google.de/books?id=-jcT00kuv6oC&#038;lpg=PP1&#038;ots=S3aSHYK0yx&#038;dq=jochum%20idole%20der%20bibliothekare&#038;pg=PA31#v=onepage&#038;q&#038;f=false">Kapitel 3</a>. Gut, dass sich viele von Jochums Texten <a href="http://www.ib.hu-berlin.de/~libreas/libreas_neu/ausgabe15/texte/006.htm#2">trotz seiner Kritik an Open Access</a> frei im Netz finden lassen (Weshalb &#8211; wie er argumentiert &#8211; durch die freie Verfügbarkeit von Publikationen die Forschungsfreiheit gefährdet sein soll, habe ich bislang nicht verstanden. Ich denke <a href="http://www.ib.hu-berlin.de/~libreas/libreas_neu/ausgabe15/texte/006.htm#fn39b">ab dieser Stelle</a> findet sich eine Antwort im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eigentum">Eigentumsbegriff</a>, über den sich an anderer Stelle streiten lässt).</p>
<p>P.S: Ein <a href="http://zs.thulb.uni-jena.de/receive/jportal_jparticle_00183277">schöner Verriss</a> von Schrettingers Handbuchs gab es in der Jenaischen Allgemeinen Literaturzeitung vom April 1821. Der Rezensent kritisiert (zu Recht), wie sich Schrettinger bezüglich des systematischen Katalogs selbst widerspricht.</p>
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		<title>Endlich freie bibliografische Daten aus Bibliotheken!</title>
		<link>http://jakoblog.de/2010/03/14/endlich-freie-bibliografische-daten-aus-bibliotheken/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 21:49:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jakob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie am Freitag bekanntgegeben wurde hat die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (USB) zusammen mit dem Hochschul-Bibliothekszentrum Nordrhein-Westfalen (hbz) die bibliografische Daten des USB-Katalogs freigegeben. Die Stadtbibliothek Köln will mit ihren Daten später folgen. Weitere Details hat Oliver Flimm zusammengetragen. Die etwa 1,3 3,1 Millionen Titelaufnahmen stehen unter http://opendata.ub.uni-koeln.de/, das verwendete OpenBib-Datenformat ist hier beschrieben. Freie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie am Freitag <a href="http://www.hbz-nrw.de/dokumentencenter/presse/pm/datenfreigabe">bekanntgegeben wurde</a> hat die <a href="http://www.ub.uni-koeln.de/">Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (USB)</a> zusammen mit dem <a href="http://www.hbz-nrw.de/">Hochschul-Bibliothekszentrum Nordrhein-Westfalen (hbz)</a> die bibliografische Daten des USB-Katalogs freigegeben. Die Stadtbibliothek Köln will mit ihren Daten später folgen. Weitere Details hat <a href="http://blog.openbib.org/2010/03/12/offene-bibliographische-daten-es-ist-soweit/">Oliver Flimm zusammengetragen</a>. Die etwa <s>1,3</s> 3,1 Millionen Titelaufnahmen stehen unter <a href="http://opendata.ub.uni-koeln.de/">http://opendata.ub.uni-koeln.de/</a>, das verwendete <a href="http://www.openbib.org/">OpenBib</a>-Datenformat <a href="http://wiki.openbib.org/index.php?title=Metadaten-Format">ist hier beschrieben</a>.</p>
<p>Freie bibliografische Daten waren bereits länger von verschiedener Seite gefordert worden &#8211; zuletzt <a href="http://www.uebertext.org/2010/03/die-zeit-ist-reif-wir-mussen-sie-nur.html">in einem guten Einführungsartikel</a> von Adrian Pohl (hbz). 2008 wurde das Thema im Zusammenhang mit der <a href="http://jakoblog.de/2008/12/04/bibliographische-daten-muessen-frei-sein/">Diskussion um eine neue Metadaten-Policy von OCLC</a> weiter publik und Anfang diesen Monats gab die <a href="http://www.okfn.org/">Open Knowledge Foundation</a> die Gründung einer <a href="http://blog.okfn.org/2010/03/03/new-working-group-on-open-bibliographic-data/">Arbeitsgruppe Freie Bibliografische Daten</a> bekannt. Auch <a href="http://www.wikimedia.de/">Wikimedia Deutschland</a> hatte im letzten Jahr bei verschiedenen Bibliothekseinrichtungen Lobbying betrieben und über die Einrichtung einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Duesentrieb/Biblio#Grundlegende_Architektur">eigenen Wiki-basierten Bibliografie</a> ähnlich der <a href="http://www.openlibrary.org/">Open Library</a> nachgedacht. Der Gemeinsame Bibliotheksverbund (GBV) hat im September 2009 <a href="http://www.sub.uni-hamburg.de/gbv-verbundkonferenz-2009/wp-content/uploads/2009/08/gbv_strategiepapier.pdf">in einem Strategiepapier</a> angekündigt, ein &#8220;Lizenzmodell, das die freie Verwendung der Metadaten garantiert&#8221; zu entwickeln. USB und hbz sind nun die erste in Deutschland, die im großen Maßstab vormachen, wie Metadaten frei publiziert werden sollten: Mit <a href="http://creativecommons.org/about/cc0">CC Zero (CC0)</a> wird klargestellt, dass die Daten gemeinfrei sind und ohne Einschränkung weitergenutzt werden können.</p>
<p>Wie geht es nun weiter? Zunächst hoffe ich, dass bald weitere Bibliotheken und Bibliotheksverbünde dem Beispiel folgen und ebenfalls ihre Daten freigeben. Der nächste Schritt besteht darin, die Daten so umzuformen, dass tatsächlich <a href="http://textundblog.de/?p=3432">von Linked Open Data gesprochen</a> werden kann &#8211; also stabile URIs, RDF-Tripel und -Ontologien. Das ist zwar leichter gesagt als getan, aber ich bin mir sicher, dass es <a href="http://catalogsofbabes.wordpress.com/2010/03/08/rda-why-it-wont-work/">schneller passiert als dass RDA</a> als offizielles Regelwerk &#8220;Semantic Web&#8221; in die Kataloge bringt. Darüber hinaus muss auch darauf geachtet werden, dass sich um die Daten eine Community bilden kann, die diese gemeinsam pflegt. </p>
<p>Vor einigen Tagen hat dazu Nat Torkington <a href="http://radar.oreilly.com/2010/03/truly-open-data.html">einen aufschlußreichen Artikel geschrieben</a>: Open Data bringt ähnlich wie Open Source Vorteile, da Fehler und Lücken besser gefunden und ausgebessert werden können. Allein die Daten freizugeben reicht deshalb nicht aus. Gefragt sind Maintainer, die Verantwortung für die Daten übernehmen und offizielle Snapshots bereitstellen, Tools mit denen Unterschiede in Daten festgestellt und Änderungen angebracht werden können, Versionierung etc. Bei den Daten der USB habe ich gute Hoffnung, dass Oliver Flimm auch für Beiträge von Dritten offen ist; für weitere bibliografische Datenbestände ist aber eine kollaborative Infrastruktur notwendig, über die Außenstehende leicht Verbesserungen vornehmen können, ohne ein vollständiges Bibliothekssystem installieren zu müssen.</p>
<p>In jedem Fall freue ich mich über den ersten großen Beitrag zu freien bibliografischen Daten auch aus deutschsprachigen Bibliotheken und bin gespannt, was daraus noch alles passiert.</p>
<p><em>P.S:</em> Auf eine ganz spezielle Art von freien Katalogdaten, die ebenfalls in den letzten Tagen frei geworden sind, möchte ich nur kurz hinweisen: Für Wikipedia haben Mathias Schindler, Christian Thiele und ich das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:APPER/BEACON/Format">BEACON-Format</a> entwickelt, mit dem die Trefferanzahl in Katalogen und Datenbanken zu einer bestimmten Person oder einem bestimmten Objekt übermittelt werden kann. Auf diese Weise kann aus Wikipedia direkt in Kataloge verlinkt werden wenn es passende Treffer gibt. Wer mehr dazu wissen möchte, kann sich am Dienstag und Mittwoch auf dem Bibliothekskongress in Leipzig an mich wenden oder unter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:PND/BEACON">http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:PND/BEACON</a> informieren.</p>
<p><em>P.P.S:</em> Am Montag hat das hbz unter <a href="http://opendata.hbz-nrw.de/">http://opendata.hbz-nrw.de/</a> die Daten weiterer Bibliotheken freigegeben. Die bisherigen Reaktionen <a href="http://blog.openbib.org/2010/03/18/offene-katalogdaten-reaktionen/">hat Oliver Flimm zusammengefasst</a>.</p>
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		<title>Freie Bibliotheksdaten mit Wikipedia und OpenStreetmap</title>
		<link>http://jakoblog.de/2009/12/03/freie-bibliotheksdaten-mit-wikipedia-und-openstreetmap/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 23:29:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jakob</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[OpenStreetMap]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit über 5 Jahren versuche ich fachkundige Menschen aus dem Bibliotheks- und Dokumentationswesen (bzw. mit Interesse an Bibliotheken und Dokumentation) zur Mitarbeit an Wikipedia zu begeistern. Das Portal Bibliothek, Information, Dokumentation fasst Wikipedia-Artikel aus diesem Themenbereich zusammen; gleichwohl ist die Zahl der aktiven Wikipedia-Autoren mit Bibliothekshintergrund überschaubar oder die Autoren schreiben lieber in anderen Bereichen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit über 5 Jahren versuche ich fachkundige Menschen aus dem Bibliotheks- und Dokumentationswesen (bzw. mit Interesse an Bibliotheken und Dokumentation) zur Mitarbeit an Wikipedia zu begeistern. Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Bibliothek,_Information,_Dokumentation">Portal Bibliothek, Information, Dokumentation</a> fasst Wikipedia-Artikel aus diesem Themenbereich zusammen; gleichwohl ist die Zahl der aktiven Wikipedia-Autoren mit Bibliothekshintergrund überschaubar oder die Autoren schreiben lieber in anderen Bereichen. In den letzten Wochen und Tagen ist nun wieder etwas Schwung in den bibliothekarischen Bereich der Wikipedia gekommen:</p>
<p>Peter Kostädt im Magisterstudiengang Library and Information Science (MALIS) die Arbeitsaufgabe gestellt, einen Wikipedia-Artikel zu verfassen. Inzwischen sind die ersten Beiträge bei Wikipedia eingestellt und können dort ergänzt und umgearbeitet werden. Bislang sind dies unter anderem Artikel zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Library">Open Library</a>, zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronische_Bibliothek_der_Staats-_und_Universitätsbibliothek_Bremen">E-LIB Bremen</a> und zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/DigiAuskunft">DigiAuskunft</a>. Natürlich ist jeder dazu eingeladen, die Artikel (wie alle anderen Inhalte in Wikipedia) zu ergänzen oder anderweitig zu verbessern. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wie_schreibe_ich_gute_Artikel">Mit etwas Vorbereitung</a> können auch neue Artikel angelegt werden; so fehlen z.B. So <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:BID/Fehlende_Artikel">fehlen beispielsweise Artikel</a> zu so grundlegenden Begriffen wie Büchereifachstelle, Fachreferent, Lektoratskooperation und Universitätsverlag.</p>
<p>Zu einzelnen Bibliotheken gibt es in Wikipedia derzeit <a href="http://toolserver.org/~daniel/WikiSense/CategoryIntersect.php?wikilang=de&#038;wikifam=.wikipedia.org&#038;basecat=Bibliothek&#038;basedeep=5&#038;templates=Infobox+Bibliothek&#038;mode=al&#038;go=Scannen&#038;format=html&#038;userlang=de">580 Artikel</a> (653-64), die in eine facettierte Systematik aus <a href="http://toolserver.org/~daniel/WikiSense/CategoryIntersect.php?wikilang=de&#038;wikifam=.wikipedia.org&#038;basecat=Bibliothek&#038;basedeep=5&#038;mode=cl&#038;go=Scannen&#038;format=html&#038;userlang=de">64 Kategorien</a> eingeordnet sind. Zur Angabe der Grunddaten in strukturierter Form habe ich die <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Vorlage%3AInfobox_Bibliothek">Infobox Bibliothek</a> aktualisiert, so dass sie zum Beispiel über <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/DBpedia">DBpedia</a> ins Semantic Web übernommen werden können &#8211; so entsteht in Wikipedia ein freier Bibliotheksführer. Wie <a href="http://toolserver.org/~daniel/WikiSense/CategoryIntersect.php?wikilang=de&#038;wikifam=.wikipedia.org&#038;basecat=Bibliothek&#038;basedeep=5&#038;templates=Infobox+Bibliothek&#038;mode=al&#038;go=Scannen&#038;format=html&#038;userlang=de">die Übersicht</a> zeigt, gibt es noch viele Lücken und einige Artikel sind für meinen Geschmack zu affirmativ geschrieben &#8211; aber nicht kritisieren sondern selber besser machen! Als Richtlinie gibt es inzwischen auch spezifische Hinweise für <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Artikel_über_Bibliotheken">Artikel über Bibliotheken</a>.</p>
<p>Nicht nur in Wikipedia werden Bibliotheken gesammelt; auch bei dem vergleichbaren freien Kartenprojekt <a href="">OpenStreetmap</a> (OSM) sind innerhalb Deutschlands schon <a href="http://tagwatch.stoecker.eu/Germany/De/ignored_amenity.html">1546 Bibliotheken</a> und weltweit <a href="http://osmdoc.com/de/tag/amenity/library">18415 Bibliotheken</a> verzeichnet. Allerdings sind nur etwa 5% auch explizit einzelnen Gebäuden zugeordnet während die Mehrzahl nur als Punktkoordinate erfasst ist. Zur Verknüpfung von OpenStreetmap, Wikipedia und dem <a href="http://dispatch.opac.d-nb.de/DB=1.2/">ISIL/Sigelverzeichnis</a> habe ich angeregt, die international gültige <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bibliothekssigel">ISIL</a> als Identifier in OpenStreetmap einzutragen. Details <a href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Tag:amenity=library">dazu im OSM-Wiki</a>. Bislang sind etwa 40 Bibliotheken in OSM mit ISIL ausgezeichnet. Die Mitarbeit in OSM (z.B. um fehlende Bibliotheken einzutragen und mit ihrer ISIL zu taggen) steht ebenso wie bei Wikipedia jedem frei und die Ergebisse kommen allen zugute.</p>
<p>Neben Wikipedia, OSM und dem Sigelverzeichnis gibt es noch eine Reihe weiterer Verzeichnisse von Bibliotheksdaten (ich hatte <a href="http://jakoblog.de/2009/03/03/wo-sich-bibliotheken-nachschlagen-lassen/">im März darüber geschrieben</a>). In <a href="http://www.librarytechnology.org/libwebcats/">libwebcat</a> sind beispielsweise derzeit 112 Deutsche Bibliotheken vertreten. Zu den (bislang?) nicht frei zugänglichen Quellen zählen <a href="http://www.hebis.de/de/1ueber_uns/projekte/bibdir.php">BibDir</a> und das <a href="http://www.vdb-online.info/jahrbuch.html">VdB-Jahrbuch</a>. Weshalb hier mal wieder zahlreiche Systeme parallel gepflegt und sinnlos bibliothekarische Ressourcen verschwendet werden, lässt sich wahrscheinlich nur historisch oder politisch begründen. Die Bibliotheksdaten in Wikipedia und OpenStreetmap können jedenfalls dank der freien Lizensierung (CC-BY-SA wenn nicht sowieso Public Domain) problemlos weiterverwendet und kombiniert werden.</p>
<p><b>P.S.:</b> Ein weiteres Verzeichnis von Bibliotheksdaten enthält das &#8220;internationale Linkportal&#8221; <a href="http://www.bib-link.org">Bib-Link</a>. Die Linksammlung ist jedoch nicht als gesamte Datenbank downloadbar und wäre besser in einer Social-Cataloging-Plattform aufgehoben.</p>
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		<title>LibraryThing doppelt so populär wie WorldCat</title>
		<link>http://jakoblog.de/2009/10/04/librarything-doppelt-so-popular-wie-worldcat/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 23:50:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jakob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Mitte dieses Jahrzehnts Wikipedia immer populärer wurde, verfolgten die Wikipedianer das exponentielle Wachstum gespannt anhand der Zugriffsstatistiken der am häufigsten aufgerufenen Webseiten. Inzwischen liegt die freie, kollaborative Enzyklopädie laut Alexa.com nach Google, Facebook, Yahoo, YouTube und Windows Live auf Platz 6: 10% aller Internetnutzer eines Tages rufen mindestens einmal Wikipedia auf und verbringen dort [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Mitte dieses Jahrzehnts <a href="http://www.wikipedia.de">Wikipedia</a> immer populärer wurde, verfolgten die Wikipedianer das exponentielle Wachstum gespannt anhand der Zugriffsstatistiken der <a href="http://www.alexa.com/topsites">am häufigsten aufgerufenen Webseiten</a>. Inzwischen liegt die freie, kollaborative Enzyklopädie laut Alexa.com nach Google, Facebook, Yahoo, YouTube und Windows Live auf Platz 6: 10% aller Internetnutzer eines Tages rufen mindestens einmal Wikipedia auf und verbringen dort durchschnittlich 5 Minuten. Einen ähnliche Analyse <a href="http://twitter.com/librarythingtim/status/4578404603">hat sich Tim Spalding</a> für seine kollaborative Bibliographie und Literaturplattform <a href="http://www.librarything.de">LibraryThing</a> angesehen und herausgefunden,  dass LibraryThing <a href="http://siteanalytics.compete.com/librarything.com+worldcat.org/?metric=sess&#038;months=12">fast doppelt so viel Traffic</a> wie <a href="http://worldcat.org">WorldCat hat</a>. Die Zahlen stammen von <a href="http://siteanalytics.compete.com">compete.com</a>; bei Alexa <a href="http://www.alexa.com/siteinfo/lookup?q=librarything.com&#038;site2=worldcat.org&#038;tw-compare">sehen die Zugriffszahlen ebenso aus</a> &#8211; und LibraryThing wächst deutlich schneller als WorldCat. Genaugenommen könnten die Zahlen von LibraryThing noch etwas höher sein, da Aufrufe von anderen Domains als librarything.com, beispielsweise <a href="http://librarything.de">librarything.de</a> nicht direkt mitgezählt werden. Was bedeutet das für Bibliotheken?</p>
<div id="attachment_754" class="wp-caption alignnone" style="width: 414px"><img src="http://jakoblog.de/wp-content/uploads/2009/10/librarything-vs-worldcat.png" alt="LibraryThing vs. WorldCat" title="librarything-vs-worldcat" width="404" height="221" class="size-full wp-image-754" /><p class="wp-caption-text">LibraryThing vs. WorldCat (% der Internetnutzer eines Tages)</p></div>
<p>Als ich Wikipedia vor dreieinhalb Jahren <a href="http://jakobvoss.de/epub/bibliothekartag2006_wikipedia.pdf">auf dem Bibliothekartag vorstellte</a> [PDF], war die Seite noch auf Platz 18 und wurde damit schon vermutlich mehr besucht als alle Bibliothekswebseiten zusammen &#8211; LibraryThing war damals gerade ein halbes Jahr alt. Der Vergleich von Wikipedia mit Bibliothekswebseiten war natürlich unangemessen und sollte nur verdeutlichen, warum sich Bibliotheken mit Wikipedia auseinandersetzen sollten. Wikipedia ist inzwischen auch für Bibliothekare eine ernstzunehmende Institution (wobei die Zusammenarbeit mit der Deutschen Nationalbibliothek im obrigkeitshörigen Bibliothekswesen wahrscheinlich mehr wiegt als alle Nutzerinteressen) &#8211; wie sieht es mit LibraryThing aus?</p>
<p>Während groß und breit diskutiert wird, ob und wie deutsche Bibliothekskataloge in WorldCat eingebunden werden können, warte ich <a href="http://jakoblog.de/2008/02/09/kurze-einfuehrung-zu-librarything-fuer-bibliothekare/">mitlerweile seit Jahren</a> darauf, dass Bibliotheken ernsthaftes Interesse and LibraryThing zeigen und <a href="http://www.librarything.com/forlibraries/">als Partner wahrnehmen</a>. Liegt es daran, dass die Mitarbeiter von LibraryThing noch genügend Zeit und Spaß dafür haben, das <a href="http://www.librarything.com/blog/2009/09/arr-how-librarything-went-pirate.php">Benutzerinterface in Piratensprache zu übersetzen</a>? Oder dass Belletristik den Hauptbestand in LibraryThing ausmacht? Oder dass die <a href="http://www.librarything.com/search">Suchfunktion von LibraryThing</a> das einzige ist das fast noch schlechter ist als in herkömmlichen OPACs? (Hintergrund: LibraryThing setzt mehr auf Browsing statt daneben die Suche auszubauen und herkömmliche OPACs verwenden Boolesches Retrieval statt Vektorraum-Suche). </p>
<p>Ich denke, dass Bibliotheken zum einen institutionell träger sind als ein kleines Startup, dass nicht dauernd Fördergelder für befristete Stellen beantragen muss, aber zum anderen auch träger in der Wahrnehmung der stattfindenden Digitalen Revolution. Statt zu schauen, was Wikipedia und LibraryThing erfolgreich macht und wo mit ihnen kooperiert werden kann, wird neidisch auf andere Bibliotheken geguckt und einem verblassendem Bild der Bibliothek als Wissenshort nachgehangen. Dabei wird in Zukunft <em>weder die Katalogisierung noch der eigene Bestand</em> die Relevanz einer Bibliothek ausmachen. Katalogisieren können sowieso besser die Nutzer (wenn man ihnen die richtigen  Werkzeuge in die Hand gibt) und der &#8220;eigene&#8221; Bestand erübrigt sich durch Digitalisierung und bessere Lesegeräte. Was bleibt ist die Fokusierung auf den Nutzer &#8211; und das haben sowohl Wikipedia als auch LibraryThing von Anfang an verinnerlicht .</p>
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		<title>Deutschsprachige BID/LIS-Wikis &#8211; eine Bestandsaufnahme</title>
		<link>http://jakoblog.de/2009/07/18/deutschsprachige-bidlis-wikis-eine-bestandsaufnahme/</link>
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		<pubDate>Sat, 18 Jul 2009 12:48:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jakob</dc:creator>
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		<category><![CDATA[LIS]]></category>
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		<description><![CDATA[Angeregt durch eine Diskussion über Fachcommunities auf dem BibCamp 2009 habe ich recherchiert, welche deutschsprachigen Wikis es für den Informations- und Dokumentationsbereich in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt. Ein Wiki ist zwar nicht das Gleiche wie eine Community, aber es kann sowohl ein hilfreiches Werkzeug für eine Community sein als auch der Keim, um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angeregt durch eine Diskussion über Fachcommunities auf dem <a href="http://bibcamp09.mixxt.de/">BibCamp 2009</a> habe ich recherchiert, welche deutschsprachigen Wikis es für den Informations- und Dokumentationsbereich in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt.</p>
<p>Ein Wiki ist zwar nicht das Gleiche wie eine Community, aber es kann sowohl ein hilfreiches Werkzeug für eine Community sein als auch der Keim, um den sich eine Community bildet. Weitere Werkzeuge und Sammelpunkte von (Online-)Communities sind unter Anderem Foren, Mailinglisten und allgemeine Soziale Netzwerke á la StudiVZ, Facebook und MySpace. Die dafür eingesetzte Software wird allgemein auch als <em>Soziale Software</em> bezeichnet. Ein allgemeiner Irrtum in Bezug auf Online-Communities ist, dass sie sich allein mit der richtige Software schaffen ließen &#8211; dabei entstehen Communities meiner Erfahrung eher dadurch, dass sich Personen mit einem gemeinsamen Interesse finden, miteinander kommunizieren und zusammentun. Bei Wikipedia ist das gemeinsame Interesse zum Beispiel die Idee, eine Enzyklopädie zu erstellen, während bei Last.fm ganz klar die Musik im Zentrum steht. Nicht für alle Interessen und Communities sind Wikis das beste Mittel &#8211; Wikis lassen sich allerdings sehr flexibel einsetzen. Eine gute Einführung in Wikis bieten die <a href="http://13dinge.wordpress.com/2009/01/26/lektion-10-wikis-der-erste-teil/">Lektion 11</a> und <a href="http://13dinge.wordpress.com/2009/02/02/lektion-11-wikis-der-zweite-teil/">Lektion 12</a> des Online-Kurs &#8220;<a href="http://13dinge.wordpress.com/uber-lernen-20/">13 Dinge</a>&#8220;. Ausführlichere Erfahrungsberichte gibt es unter Anderem in der aktuellen Ausgabe (4/2009) der <em>Information &#8211; Wissenschaft &#038; Praxis</em> (IwP) mit dem Schwerpunkt Soziale Software und Wikis. Die IfW ist leider weder Open Access noch vernüftig z.B. in DBLP erschlossen, so dass ich hier auf nichts verlinken kann: #fail</p>
<p>Aber zurück zu den deutschsprachigen Wikis aus dem und für den Bereich Bibliothek, Information, Dokumentation (BID) bzw. Library and Information Science (LIS): Das internationale <b><a href="http://liswiki.org/">LIS-Wiki</a></b> enthält eine Linksammlung anderer <a href="http://liswiki.org/wiki/Wikis#German">Wikis in Deutsch</a>. Eine ähnliche Übersicht enthält das <b><a href="http://museums.wikia.com/">MuseumsWiki</a></b> unter <a href="http://museums.wikia.com/wiki/Wikis_f%C3%BCr_Bibliotheken">Wikis für Bibliotheken</a>. Geschlossene Wikis, die nicht zur Mitarbeit einladen &#8211; wie zum Beispiel das <a href="https://web10.ub.uni-rostock.de/wiki/Startseite">Wiki der Universitätsbibliothek Rostock</a>, habe ich hier ausgenommen, zumal viele davon als Unternehmenswikis nicht öffentlich zugänglich sind. Mit dem <b><a href="http://wiki.iuk.hdm-stuttgart.de/erwerbung/">ErwerbungsWiki</a></b> und dem <b><a href="http://www.gbv.de/wikis/cls/">GBV-Wiki</a></b> gibt es zwei Grenzfälle: das Erwerbungswiki der Expertengruppe Erwerbung und Bestandsentwicklung im Deutschen Bibliotheksverband erlaubt zwar die freie Anmeldung, aber die Hauptseiten können nur von einer Redaktion bearbeitet werden. Im Wiki des Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) werden Benutzeraccounts nur auf Anfrage erteilt (z.B. bei mir unter <tt>jakob.voss</tt> öt <tt>gbv.de</tt>); grundsätzlich kann sich aber jedoch, der einmal dabei ist, an allen Inhalten beteiligen. Ebenfalls einen eher eingeschränkten Nutzerkreis hat das Wiki des Arbeitskreis fuer Information Stuttgart (<b><a href="http://wiki.aki-stuttgart.de/">AKI-Wiki</a></b>). Es bleiben fünf allgemeine, offen zugängliche, deutschsprachige BID/LIS-Wikis:</p>
<p>Das <b><a href="http://wiki.netbib.de/coma/StartSeite">Netbib-Wiki</a></b> sammelt Informationen rund um die Themen des <a href="http://log.netbib.de">netbib Weblogs</a>.</p>
<p>Das <b><a href="http://buecherei.netbib.de/coma/StartSeite">Buecherei-Wiki</a></b> sammelt Informationen für die Arbeit in öffentlichen Bibliotheken.</p>
<p>Das <b><a href="http://www.bit-wiki.de/">B.I.T. Wiki</a></b> ist ein Projekt der Fachzeitschrift <a href="http://www.b-i-t-online.de/">B.I.T. online</a> und von Informationsmanagement-Studierenden an der Hochschule der Medien in Stuttgart (HdM).</p>
<p>Das <b><a href="http://wiki.infowiss.net/">InfoWissWiki</a></b> wird von der (inzwischen auslaufenden) <a href="http://is.uni-sb.de/">Fachrichtung Informationswissenschaft</a> an der Uni Saarbrücken betrieben.</p>
<p>Schließlich beinhaltet auch die <a href="http://de.wikipedia.org/">deutschsprachige Wikipedia</a> eine Vielzahl von Artikeln aus dem Bereich <b><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Bibliothek,_Information,_Dokumentation">Bibliothek, Information, Dokumentation</a></b>.</p>
<p>Das Netbib-Wiki und das Buecherei-Wiki werden mit der Software <a href="http://comawiki.org/">CoMaWiki</a> und die anderen drei Wikis mit <a href="http://mediawiki.org/">MediaWiki</a> betrieben. Obgleich beide Wiki-Engines Usability-Probleme haben, halte ich MediaWiki für die beste Wahl für allgemeine, offene Wikis: die Software wird auch in Wikipedia eingesetzt und der technische Umgang mit Wikipedia sollte zumindest rudimentär zur Grundkenntnis eines jeden Informationsspezialisten gehören (wer noch nie etwas in Wikipedia geändert hat, suche sich bei Gelegenheit einen Artikel mit Fehler oder Lücke und nehme eine kleine Korrektur vor oder hinterlasse eine Nachricht auf der Diskussionsseite des Artikels. Vom Neuanlegen von Artikeln ohne vorherige Einarbeitung muss ich aufgrund des rauhen Umgangstons dagegen leider eher abraten).</p>
<p>Zum Betrieb eines Wikis gehört die regelmäßige Aktualisierung der MediaWiki-Installation, damit die in Wikipedia möglichen Bearbeitungsfunktionen zur Verfügung stehen. Ebenso ist eine inhaltliche Administration notwendig, um neuen Benutzern unter die Arme zu greifen, Spam zu entfernen und im Wiki aufzuräumen &#8211; denn die Tendenz zur Vermüllung ist allen Wikis inhärent. Es sollte deshalb überlegt werden, bei welchen LIS/BID-Wikis eine dauerhafte Administration gewährleistet werden kann. Denkbar wäre zum Beispiel der Betrieb durch einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bibliothekarische_Vereinigungen">Bibliotheksverband</a>; da sich deutsche Bibliotheksverbände in der Vergangenheit jedoch weder durch technische Kompetenz und Innovationsfreudigkeit noch durch <a href="http://infobib.de/blog/2009/06/19/schweigen-im-walde-die-bibliotheksverbande-zu-zensursula/#comment-6627">politisches Verantwortungsbewußtsein</a> sondern eher durch Schnarchnasigkeit hervorgetan haben, vertraue ich lieber einer NGO wie der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikimedia">Wikimedia Foundation</a>.</p>
<p>Neben der Administration ist ein weiterer Punkt, der bei offenen Wikis häufig vernachachlässigt wird, die inhaltliche Ausrichtung: Oft wird davon gesprochen, wie bei Wikipedia &#8220;eine Enzyklopädie&#8221; oder &#8220;ein Nachschlagewerk&#8221; zu erstellen, was ebenso oft Quatsch ist. Die Wiki-basierte Erstellung von enzyklopädischen Artikeln macht außerhalb der Wikipedia nur dann Sinn, wenn es sich um Themen handelt, die für Wikipedia zu speziell sind oder den Charakter einer Enzyklopädie sprengen (siehe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Was_Wikipedia_nicht_ist">Was Wikipedia nicht ist</a>). Beispiele für Fachwikis sind unter Anderem das <a href="http://www.genderwiki.de/">Genderwiki</a> und diverse Stadt- und Regionalwikis. Im BIT-Wiki gibt es unter Anderem <a href="http://www.bit-wiki.de/index.php/Kategorie:Herstellerverzeichnis">ein Herstellerverzeichnis</a>, im NetbibWiki diverse Linksammlungen und im GBV-Wiki technische Beschreibungen. Leider werde in Wikis jedoch oft auch allgemeine Definitions-Artikel angelegt, die besser in Wikipedia aufgehoben werden (z.B. vor einigen Tagen <a href="http://wiki.infowiss.net/Eugene_Garfield">Eugene Garfield</a> im InfoWissWiki). Ich vermute als einen Grund, dass die Autoren sich nicht den Wikipedia-Gepflogenheiten unterwerfen wollen; das ist einerseits verständlich, da die Einarbeitung in Wikipedia-Qualitätsrichtlinien Zeit erfordert und der Umgang mit der Wikipedia-Community nicht unproblematisch ist. Andererseits bietet die Arbeit im selbstverwalteten Refugium eine bequeme Ausrede, sich keinen Qualitätsstandards zu unterwerfen und andere Themenbereiche, Sichtweisen und Quellen nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen. Wie beim Schreiben für eine Fachzeitschrift muss sich, wer in Wikipedia mitarbeiten möchte, mit speziellen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Grundprinzipien">Richtlinien und Empfehlungen</a> vertraut machen und mit den anderen Beteiligten koordinieren &#8211; was im Endeffekt aber zu besseren Artikeln führt.</p>
<p>Die deutschsprachige BID/LIS-Wiki führen in ihrer Verstreutheit dagegen eher ein Schattendasein: Anstatt sich wenigstens auf ein allgemeines, offenes Fachwiki zu einigen werkelt jeder vor sich hin. Zwischen all den Artikelleichen, die irgendwann angelegt und dann nie wieder angefasst wurden, gibt es einige sehr hilfreiche Informationssammlungen, aber wenig Struktur &#8211; dafür dass sich Informations- und Bibliotheksspezialisten mit der Erschließung von Informationen auskennen sollten, ist das eigentlich ziemlich peinlich.</p>
<p>Vielleicht bin ich mal wieder etwas zu naiv was die sozialen Abgrenzungs- und Widerstandsprozesse betrifft, aber es sollte doch möglich sein, zumindests die allgemeinen, offenene, deutschsprachigen BID/LIS-Wiki (mindestens Netbib-Wiki, InfoWissWiki und BIT-Wiki) zusammenzuführen, um gemeinsam die kritische Masse für eine dauerhafte Community zu erreichen. Einzelne Projekte und Bereiche wie das sehr zu empfehlende <b><a href="http://zukunftswerkstatt.pbworks.com/">Zukunftswerkstatt-Wiki</a></b>, das Buecherei-Wiki und ein bislang nur angedachtes <a href="http://www.fami-portal.de/index.php?page=Thread&#038;postID=11774#post11774">FaMI-Wiki</a> können dabei ebenfalls integriert werden, während allgemeine Definitionsartikel sich besser auf ein Minimum beschränken und dann auf Wikipedia weiterverweisen.</p>
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